Aktion kritischer Schüler_innen Kärnten Koroška

Bildungspolitik

Wir sehen Bildung als wichtigstes Element, um gesellschaftlichen wie technischen Fortschritt zu ermöglichen, auszubauen und verantwortungsvoll damit umzugehen.

Es geht nicht nur darum, in die Schule zu gehen und danach einen Beruf zu erlernen. Schule muss es uns auch ermöglichen, unsere eigenen Fähigkeiten und Interessen kennenzulernen und uns persönlich zu entwickeln.

Wir haben daher ein Bildungskonzept ausgearbeitet, dass sehr viele verschiedene Bereiche berücksichtigt und zeigt, dass Schule auch anders gehen kann.

Unser ausführliches Bildungskonzept findest du HIER, auf dieser Seite wollen wir kurz die wichtigsten Punkte daraus zusammenfassen.

Bildung ausfinanzieren!

In den letzten Jahren wird vor allem im Bildungsbereich immer massiver eingespart. Kalte Klassenzimmer, verdreckte Schulgebäude, veraltete technische Ausstattung, hohe Klassenschüler_innenzahlen und Überforderung der Lehrer_innen sind die Folge. Schulen sind immer mehr auf das Sponsoring von Privatunternehmen angewiesen und können dadurch nicht mehr objektiv bei der Wissensvermittlung bleiben.

Die Politik muss endlich erkennen, dass Bildung der Grundstein für Fortschritt in unserer Gesellschaft ist. Wir fordern die ausreichende staatliche Finanzierung des Bildungswesens!

Gleiches Recht auf Bildung für alle

Auch wenn öffentliche Schulen offiziell gratis und für alle zugänglich sind, sieht die Realität anders aus. Die Bildung und die finanziellen Mittel der Eltern spielen eine große Rolle für unsere Schullaufbahn. Soziale Selektion bedeutet

Die ganzheitliche Bildung für alle ist noch lange keine Realität, noch immer hängen die Bildungschancen von Schüler_innen in Österreich von der sozialen Stellung der Eltern und vom Geschlecht ab. Soziale Selektion bedeutet Möglichkeit auf Bildung in Abhängigkeit von Herkunft, Religion, sozialer Klasse, Geschlecht und vermeintlichen Behinderungen der Kinder. Soziale Selektion fördert Bildungseliten und Ungleichheiten im Bildungssystem.

Vor allem die frühe Entscheidung zwischen Gymnasium, Neuer Mittelschule und Hauptschule hängt in vielen Fällen von der finanziellen Situation der Eltern ab und trennt unseren Bildungsweg schon frühzeitig. Deswegen setzen wir uns für die Einführung der Gesamtschule von 6 bis 14 ein, in der alle Kinder nach ihren Talenten und Interessen gleichberechtigt gefördert werden können.

Ganztätige Betreuung

In der immer leistungsorientierteren Arbeitswelt gibt es für viele Eltern nicht mehr die Möglichkeit, ihre Kinder schon zu Mittag von der Schule abzuholen. Ebenso können sich nicht alle Eltern adäquate Betreuung und eventuell auch Nachhilfe für ihre Kinder leisten. Um dennoch allen Kindern eine gute Betreuung und Förderung zu garantieren, fordert die AKS eine umfassende Schulreform und die Gestaltung einer verschränkten Ganztagsschule. Diese soll den Schüler_innen den Lebensraum Schule angenehmer gestalten, mit flexiblerer Einteilung der Unterrichts- und Stundenzeiten.

Noten & Sitzenbleiben

Durch das Sitzenbleiben werden wir aus unserem gewohnten Umfeld gerissen und verlieren ein ganzes Jahr. Statt ein Schuljahr zu wiederholen, sollen die Schüler_innen auch mit einem oder mehreren Nicht Genügend ins nächste Schuljahr aufsteigen und das negativ abgeschlossenen Fach im Rahmen eines modularen Schulsystems ohne Probleme wiederholen können.

Unser jetziges System baut darauf, uns durch Ziffernnoten von 1 bis 5 in „gute“ und „schlechte“ Schüler_innen zu trennen, gibt aber keine Auskunft darüber, wie sehr wir uns anstrengen und ob wir den Stoff wirklich verstanden haben. Noten werden oft sehr subjektiv von den Lehrpersonen vergeben. Wir sind Menschen, keine Zahlen zwischen 1 und 5! Daher fordern wir die Abschaffung von Ziffernnoten und stattdessen die Einführung eines Qualifikationsprofils, in dem Stärken und Schwächen in Worten festgehalten werden, um durch das konkrete Feedback eine aussagekräftige Rückmeldung zu erhalten.

Gleichberechtigtes Bildungssystem

Seit der Einführung der generellen Schulpflicht durch Maria Theresia gibt es bis heute zwischen Frauen und Männern in der Bildung enorme Unterschiede. Mädchen werden unterschiedlich benotet, erhalten weniger Aufmerksamkeit der Lehrer_innen, und werden öfter von Jungen unterbrochen. Vor allem an berufsbildenden Schulen und bei der Wahl von Zweigen zeigen sich deutliche Unterschiede: Mädchen besuchen zum Beispiel eher HLWs, während Jungen öfter an HTLs gehen. Dies gilt es zu ändern, beispielsweise durch gezielte pädagogische Ausbildung und Sensibilisierung der Lehrpersonen. Der strukturellen Diskriminierung von Mädchen an Schulen muss schon frühzeitig entgegengewirkt werden!

Demokratie in der Schule

Demokratie bedeutet für uns Mitbestimmung auf allen Ebenen und die Möglichkeit, Dinge zu verändern. Doch im derzeitigen System wird ständig über unsere Köpfe hinweg entschieden, unsere Meinung wird kaum gehört.

Vor allem direkt im Unterricht ist uns als AKS Mitbestimmung sehr wichtig. Nur wenn wir selber entscheiden können, was und wie wir lernen wollen, werden wir auch Freude daran haben und uns Inhalte merken. Ein Schritt in die richtige Richtung ist das Lehrpersonenfeedback, bei dem wir Schüler_innen unseren Lehrer_innen anonym Feedback geben und Verbesserungen herbeiführen können.

An Schulen wird die Schüler_innenvertretung, bestehend aus 3 Personen, bereits von allen Schüler_innen gewählt, doch während des Jahres haben wir oft kaum die Möglichkeit, uns einzubringen. Durch Schüler_innenvollversammlungen können neue Ideen eingebracht und Entscheidungen gemeinsam getroffen werden. So hat die Schüler_innenvertretung mehr Durchsetzungskraft im Schulgemeinschaftsausschuss (SGA), in dem Eltern, Lehrer_innen und Schüler_innen vertreten sind.

Auf Landes- und Bundesebene werden wir durch die LSV (Landesschüler_innenvertretung) und BSV (Bundesschüler_innenvertretung) vertreten. Viele Schüler_innen kennen diese jedoch nicht, denn bei den LSV-Wahlen sind nur Schulsprecher_innen wahlberechtigt und bei den BSV-Wahlen nur 29 Personen. Dieses System ist sehr untransparent und vor allem undemokratisch. Damit die Meinungen von uns allen in die LSV/BSV-Arbeit einfließen können, müssen wir sie auch direkt wählen können. So steigt auch ihre Durchsetzungskraft, weil alle 1,1 Millionen Schüler_innen hinter ihnen stehen.

Demokratie muss aber auch von Anfang an gelernt werden, deshalb muss es ein eigenständiges Unterrichtsfach „Politische Bildung“ ab der 5. Schulstufe geben. Doch auch schon im Kindergarten und in der Volksschule sollen erste Grundsteine zu Demokratieverständnis und einem fairen Miteinander gelegt werden.

Hände falten, Goschen halten?

In unserem Schulsystem ist der Religionsunterricht immer noch Pflicht. Oft werden veraltete, katholisch-konservativ geprägte Werte vermittelt und die selbstbestimmte Entscheidung für oder gegen eine Religion ist nicht möglich. Um kulturelle Vielfalt, Toleranz und Weltoffenheit zu lernen, sollte statt Religion ein verpflichtender Ethikunterricht eingeführt werden.